Nachdem aufgrund von MRT-Bildern der Schulter bei mir schon alle möglichen Diagnosen gestellt wurden – und weil meine Schulterbeschwerden weiterhin vorhanden sind – habe ich kürzlich eine neue MRT Aufnahme der Schulter erstellen lassen. Komischerweise zeigte sich diesmal eine etwas andere Diagnose, als bei den MRT Aufnahmen zuvor. Bei meinen ersten beiden MRT Aufnahmen wurde ein Anriss der Supraspinatussehne diagnostiziert, eine Kalkschulter (Kalkablagerungen in der Sehne, nach Röntgenbild) sowie ein klassisches Impingement Syndrom.
Davon ist nach den neusten Aufnahmen keine Rede mehr, vielmehr soll jetzt eine Schultereckgelenksarthrose im Mittelpunkt stehen.
Folgenden Befund schrieb die Fachärztin für Diagnostische Radiologie aufgrund der radiologischen Untersuchung:
Befund:
Regelrechte Artikulation des normal geformten Humeruskopfes in der regelhaft ausgebildeten Gelenkpfanne. Keine intraartikuläre Ergussbildung. Homogen fettäquivalentes Knochenmarksignal. Intaktes Labrum glenoidale. Regulärer Verlauf der langen Bizepssehne im Canalis biciptis mit Signalalteration und hier auch kleiner Flüssigkeitsbetonung am Bizepssehnenanker. Dies gegebenenfalls klinisch passend zu einer SLAP-Läsion I. Grades. Intakte Rotatorenmanschette. Keine Muskelatrophie. Aktivierte AC-Gelenkarthrose.
Beurteilung:
Aktivierte AC-Gelenkarthrose mit intraartikulärer Flüssigkeitseinlagerung und osteophytären Randkantenanbauten unterseitig, insbesondere am Acromion. Derzeit jedoch keine wesentliche Reizung der Rotatorenmanschette. Keine Flüssigkeit in der Bursa subacromialis. Signalalteration und Flüssigkeitsbetonung am Bizepssehnenanker, gegebenenfalls klinisch vereinbar mit einer SLAP-Läsion I. Grades.
Mit diesem Befund und den MRT-Bildern besuchte ich einen Schulterchirurgen und bat um seine Einschätzung. Der Chirurg sagte mir aufgrund der Diagnose, dass er mit einer Operation eher zurückhaltend wäre. Wäre allerdings mein Leidensdruck sehr hoch, würde er aber selbstverständlich auch operieren.
Wobei er mir aber auch dazu sagte, dass er mir nicht versprechen könne, dass ich nach einer solchen Operation nicht nach einem halben Jahr wieder mit Schulterschmerzen bei ihm vorstellig werden würde. Auf die im Befund erwähnte SLAP-Läsion I. Grades angesprochen, sagte der Chirurg, dass man diese Diagnose vernachlässigen könne, da dies eine Diagnose wäre, die man bei sehr vielen Menschen stellen könne.
Sehr viel schlauer bin ich also nach diesem Gespräch nicht, da der Chirurg die komplette Verantwortung für eine eventuelle Operation in meine Hände legte. Andererseits finde ich seine Aussagen auch wieder in Ordnung, da sie scheinbar aus langjähriger Erfahrung die Realität widerspiegeln. Grundsätzlich fühle ich mich bei Chirurgen sehr viel besser aufgehoben, die nicht sofort zum Skalpell greifen wollen und eventuell unrealistische Versprechen machen.